Die 6.Jägerbrigade (Hochgebirge) schärft ihr Profil als Gebirgstruppe in der internationalen Gemeinschaft.

Der Auftrag des stellvertretenden Kommandanten der Streitkräfte Generalmajor Mag. Dieter HEIDECKER, am 26. und 27. Mai mit den Vertretern der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), Beratern der ausländischen Verteidigungs-, Militär- und Luftattachés und Angehörigen der Abteilung für Militärpolitik (unter ihnen der Abteilungsleiter Brigadier Mag. Reinhard TRISCHAK) den Gipfel des Großglockners zu besteigen, stellte für die 6. Jägerbrigade (Hochgebirge), trotz des prognostizierten schlechten Wetters und einer vollen Auftragslage, eine interessante Herausforderung dar..

Widrigste Wetterverhältnisse erschwerten den Aufstieg

Versorgung der „Gipfelstürmer“ im Hochgebirge

Um 1300 Uhr marschierte die internationale Gemeinschaft aus acht verschiedenen Nationen, aufgeteilt in einzelne Marschgruppen, bei strömendem Regen, sowie Blitz und Gewitterdonner vom LUCKNERHAUS (1918m) Richtung FANATSCHARTE (2802m). Die einzelnen Gruppen wurden durch Alpinisten der Brigade und des Gebirgskampfzentrum der Heerestruppenschule geführt. Auf der FANATSCHARTE war vom Jägerbataillon 24(Hochgebirge) am Vortag bereits ein Zeltlager und ein Versorgungsverteilerpunkt errichtet worden. Der Transport der Ausrüstung erfolgte teilweise durch Universal-Geländefahrzeug Quad und mit Masse durch Tragtiere des Stabsbataillon 6. Zeitgleich inspizierte der stellvertretende Kommandant der Streitkräfte die Soldaten der 6. Jägerbrigade bei der Durchführung des Unternehmens vom Ausgangspunkt bis zum Gipfelbereich.

Trotzdem bezwangen die Besucher den Gipfel

Gipfelbesteigung des Großglockner unter widrigsten Wetterbedingungen

Im Lager „Fanatscharte“ wurden die Teilnehmer verpflegt, instruiert und für den nächsten Tag vorbereitet. Am späten Abend schlossen sich noch der Kommandant der 6.Jägerbrigade (Hochgebirge) mit Stabschef, Kommandounteroffizier und Teilen des Stabes der Glockner-Tour an. Am 27 Mai, um 0500 Uhr morgens, erfolgte der Ruf zur Tagwache und die Schneewolken, welche den Berg verhüllten, beeinträchtigten die Zuversicht der Teilnehmer, dass das Ziel erreicht werden kann. Als dann beim Aufstieg zur Adlersruhe (3451m) mehrere zivile Alpinisten im Schneegestöber vollkommen durchfroren umkehrten, sank die Stimmung weiter. Nun erlebten die Soldaten und Gäste wo der Unterschied zwischen einem zivilen, erlebnisorientierten Bergführer und einem militärischen, auftragsorientierten Heeresbergführer liegt. Auf der Adlersruhe war bereits ein weiterer Versorgungsverteilerpunkt durch Teile des Jägerbataillon 23(Hochgebirge) errichtet worden, bei dem Verpflegung und warme Getränke ausgegeben wurden. Im Schneegestöber und bei ca. 60km/h Windgeschwindigkeit erfolgte der Anstieg zum Gipfel. Den Grat hatte bereits das Jägerbataillon 26 (Hochgebirge) versichert und so konnten alle Gruppen trotz der Bedingungen sicher das Ziel auf 3795m erreichen. Nach einem kräftigen „Berg Heil“ ging es wieder zum Versorgungsverteilerpunkt Adlersruhe und über den Mürztaler Steig zum Ausgangspunkt.

Professionelle Planung und Vorbereitung

Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass das Unternehmen professionell geplant und vorbereitet wurde. Bei Einhaltung der Führungsgrundsätze und bei entsprechendem Fachkönnen ist so eine Aktion auch bei diesen Umfeldbedingungen absolut machbar. Oberst im Generalstabsdienst Johannes Risse (OSZE) und Oberstleutnant in Generalstabsdienst DI Jan Timmering (Attachés) bedankten sich, sichtlich stolz, für knapp 3800 Höhenmeter im Auf-, und Abstieg, die Besteigung des Gipfels und für das Gebirgsjägerwetter.

 

Autor: Kommando 6. Jägerbrigade, Abteilung Öffentlichkeitsarbeit & Kommunikation
Fotograf: Vzlt Horst KONRAD, MilKdo T

 
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