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Treffen der österreichischen Heeresbergführer
bei der 6.Jägerbrigade in ABSAM

 

Heeresbergführer sind die Spezialisten für Einsätze unter schwierigen Umfeldbedingungen, wie im Hochgebirge, in vergletscherten Gebieten aber auch in Wüsten. Durch die harte und fordernde Ausbildung sind sie dafür bestens vorbereitet und geeignet.
Ihre Hauptaufgabe ist es, schwierige Aufträge auch unter widrigen Umständen selbstständig durchzuführen und dem Kommandanten für fachliche Beratung jederzeit zur Verfügung zu stehen.
Eine weitere Aufgabe ist es Rekruten und auch Kader für Einsätze unter extremen Verhältnissen auszubilden und vorzubereiten. Seit über 100 Jahren verlassen sich dabei österreichische Soldaten auf das Wissen und Können der Heeresbergführer.

1. Klettermeisterschaft der Heeresbergführer

Am 14. und 15.November traten in der ANDREAS HOFER KASERNE im Rahmen des Jahreshauptversammlung des Heeresbergführerverbandes die besten Kletterer bei der 1.Klettermeisterschaft der Heeresbergführer, organisiert durch die 6.Jägerbrigade, gegeneinander an. Die Routenbauer des Gebirgskampfzentrums OStv Andreas STRASSEGGER und OStWm Lukas SEIWALD wurden durch einen der besten Sportkletterer der Welt und derzeitigen Angehörigen des Heeresleistungszentrums , Gefreiten Kilian FISCHHUBER, unterstützt. Der mehrfache österreichische Staatsmeister und Gesamtweltcupsieger leistete dabei wertvolle Hilfe. Nach einer Qualifikationsrunde am Freitag hatten sich 9 Wettkämpfer für das Finale am Samstag qualifiziert.

Hans SCHACKL

Der Sieger Jürgen HÖLLERICH

Besonders hervorzuheben ist dabei die Leistung von Oberst i. R. SCHACKL Hans, der sich als ältester Teilnehmer mit 68 Jahren ebenfalls einen Finalplatz sichern konnte. Der Vizeweltmeister der Militärweltmeisterschaft im Klettern 1994 in Frankreich in der Altersklasse ab 35 Jahren und WM Teilnehmer in vier verschiedenen Sportarten (Leichtathletik, Militärischer Fünfkampf, Klettern und Radfahren) ist der beste Beweis, was mit lebenslangem Training erreicht werden kann.

Nach einem spannenden Finale vor zahlreichen Zuschauern stand das Ergebnis der 1.Klettermeisterschaft der Heeresbergführer fest:
Den 3.Platz belegte Ostv GEISLER Bernhard vom Gebirgskampfzentrum, den 2. Platz Mjr SCHNEIDER Richard von der Theresianischen Militärakademie. Den Sieg sicherte sich OStWm HÖLLERICH Jürgen vom Kommando Luftraumüberwachung.

Zum Abschluss des Bewerbes durchkletterte Kilian FISCHHUBER die Finalroute. Die Leichtigkeit, mit der er die Aufgabe meisterte, war wirklich beeindruckend.

 

Prof. Peter HABELER- ein ehemaliger Angehöriger der 6.Jägerbrigade

Zum Abendprogramm konnte Brigadier Ernst KONZETT, der Kommandant der 6.Jägerbrigade, selbst ein Heeresbergführer, zahlreiche Ehrengäste begrüßen. Unter anderem den stellvertretenden Kommandanten der Streitkräfte, Generalmajor Dieter HEIDECKER, Herrn Dr. Franz FISCHLER und den Bürgermeister von ABSAM Herrn Arno GUGGENBICHLER.

Im Programm wurde aber noch mit einem weiteren Höhepunkt aufgewartet. Nach einem gemeinsamen Abendessen präsentierte Prof. Peter HABELER, der weltbekannte Spitzenalpinist, der mit Reinhold MESSNER als erster Mensch ohne Sauerstoff den höchsten Punkt der Welt, den MOUNT EVEREST, erreichte, seinen Vortrag „Das Ziel ist der Gipfel“.
HABELER war in seiner Grundwehrdienstzeit Angehöriger der Hochgebirgskompanie der 6.Jägerbrigade und ein „guter Soldat“, wie er selbst betonte. Im Anschluss an den Vortrag erfolgten die Siegerehrung der Klettermeisterschaft und die Ehrungen von verdienten Mitgliedern des Heeresbergführerverbandes durch dessen Obmann Oberst Johannes GRISSMANN.
Der folgende Tag stand dann ganz im Zeichen der Jahreshauptversammlung des Heeresbergführerverbandes. Die Damen erhielten eine Führung durch das neue Museum des Österreichischen Alpenvereins in der Innsbrucker Hofburg.

 

Qualifizierte Alpinausbildung für die Aufgaben der Zukunft

Qualifizierte Alpinausbildung ist auch für zukünftige Aufgaben des Bundesheeres ein unverzichtbarer Bestandteil. Viele der heutigen Krisenherde befinden sich in Gegenden mit extremen Umfeldbedingungen, sei es AFGHANISTAN, GEORGIEN oder der TSCHAD.
Aber auch im Inland ist der Bedarf an bestens ausgebildetem Personal in diesem Bereich gegeben. Einsätze bei Lawinenkatastrophen oder Suchaktionen im Gebirge aber auch Unterstützungen bei Großveranstaltungen im Wintersport sind hier nur einige Beispiele.

Die 6.Jägerbrigade, die Gebirgsbrigade des österreichischen Bundesheeres, und das Gebirgskampfzentrum der Heerestruppenschule sind jene Zentren, die über die entsprechende fachliche Kompetenz verfügen und stellen somit die Heimat und Ansprechstelle für alle Alpinisten des österreichischen Bundesheeres dar.