Edelweiss Raid 2019 – Zelle Gebirge

Die "Edelweiß Raid" – auch als inoffizielle Weltmeisterschaft der Gebirgstruppen bezeichnet – ist ein 2 tägiger Wettkampf im Hochgebirge. Die Mannschaften, bestehend aus 8 Soldaten, müssen eine Marschstrecke von rund 40km und 4000 Höhenmetern im Aufstieg mit militärischer Ausrüstung überwinden und zusätzlich Stationen mit militärischen Kernaufgaben bewältigen. Der Wettkampf wird durch die 6.Gebirgsbrigade durchgeführt und dient - neben dem Kräftevergleich der Wettkampfmannschaften – der Brigade auch dem Üben von Planung und Durchführung von Einsatzaufgaben im Hochgebirge. An der Edelweiß Raid 2019 von 25.02.19 bis 01.03.19 haben 23 Mannschaften aus 12 Nationen teilgenommen. !

Erkundung und Erstbeurteilung der Lage aus der Luft

Qualifizierte Gebirgssoldaten als Rückgrat

Um einen Wettkampf dieser Größenordnung durchführen zu können, bedarf es in der Vorbereitung und Durchführung durch qualifizierter Gebirgssoldaten – insbesondere von Heeresbergführern. Das Tätigkeitsfeld der Heeresbergführer reicht dabei von Erkundungsaufgaben, Vorbereitung von Stationen, Notfallbackup als Heeresflugretter bis hin zum Betreiben der "Zelle Gebirge" im Brigadegefechtsstand.

Die "Zelle Gebirge"

Wie schon bei den vorangegangenen Edelweiß Raids wurde auch dieses Jahr die Zelle Gebirge durch Spezialisten des Gebirgskampfzentrum in Saalfelden gestellt. Integriert in den vorgeschobenen Gefechtsstand der 6.Gebirgsbrigade haben die Heeresbergführer den Auftrag, den Brigadekommandanten als Wettkampfleiter in allen Belangen des Gefahrenmanagements im Gebirge zu beraten. Dazu identifiziert die Gebirgszelle mögliche Gefahrenstellen, schlägt dem Kommandanten Maßnahmen bzw. Einschränkungen für die Bewegungen der Truppe vor und erstellt Lagevorträge für die an der Strecke eingesetzten HBF-Trupps.

GebZelle im Informationsaustausch mit anderen
Bedarfsträgern

Kernkompetenz_Lawinenauslösesprengen aus HS

Um die notwendigen Grundlagen für die Beurteilung zu schaffen erkundet die GebZelle die Marschstrecke, führt Schneedeckenuntersuchungen durch, wertet Wetterberichte und Meldungen der an der Strecke eingesetzten HBF-Trupps aus, beurteilt darauf basierend die Lawinengefahr und erstellt den Gefahrenplan. Bei Bedarf werden Lawinenauslösesprengungen geplant und durchgeführt. Neben den oben angeführten Kernkompetenzen - quasi den handwerklichen Tätigkeiten eines Heeresbergführers - sind auch stabsdienstliche Aufgaben zu erfüllen. So muss der Gebirgslageplan in das Führungsinformationssystem Phoenix eingepflegt werden um eine enge Zusammenarbeit mit der Führungs- und Einsatzunterstützungszentrale sicherzustellen und es müssen Lagevorträge vorbereitet und gehalten werden. Damit im gesamten Planungsverfahren die Besonderheiten des Einsatzes im Gebirge berücksichtigt werden können.

Besonders durch den Einsatz moderner Technologien, wie z. Bsp. Drohnen oder Battle Management Systeme wird es in Zukunft neue Möglichkeiten geben und es wird zu einer Weiterentwicklung der Gebirgslage kommen. Fundament bleiben aber die Kernkompetenzen des Heeresbergführers, nämlich die richtige Beurteilung der Umfeldbedingungen und die Beratung des Kommandanten, welche bereits jetzt fest in der Ausbildung verankert sind.

 

Schneedeckenuntersuchung durch HBF_GebZelle >>

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Kommandant der Zelle Gebirge Edelweiß Raid 2019
STEINGASSNER Maximilian, Hptm
Lehroffizier für qualifizierte Gebirgsausbildung)