Lawinensprengen

Das Gebirgskampfzentrum in SAALFELDEN publizierte vor einiger Zeit das Lawinensprengen!
Wir dürfen Ihnen diesen Artikel von Albert THALER vorstellen

Heeres-Bergführer sein bedeutet, allen physischen und psychischen Anforderungen im Gebirge gewachsen zu sein, die alpinen Gefahren erkennen und beurteilen zu können und die Verantwortung für das Leben und Überleben der Truppe im Gebirge zu übernehmen.
Ein Schwergewicht der Ausbildung zum Heeresbergführer besteht in der Beurteilung der Lawinengefahr. Um eine Gefährdung der Truppe durch Lawinen möglichst ausschließen zu können, muss sich jeder Heeresbergführer auch einem Lawinensprengkurs unterziehen. Voraussetzung sind ein erfolgreich absolvierter Heeresbergführer- Winterkurs und der Besitz der Truppensprengbefugnis.


Sprengung eines Lawinenstriches oberhalb eines Marschweges

Lawinensprengungen

aus Hubschraubern

Es gibt unterschiedliche Verfahren zur Sprengung von Lawinen. Grundsätzlich ist es durchaus möglich ein Einsatzgebiet im Fußmarsch auf Skiern zu erreichen. Eine einfache Handladung genügt, um eine Lawine auszulösen.
Wenn die Geländeverhältnisse und der Zeitfaktor das nicht zulassen, dann empfiehlt sich der Einsatz von Hubschraubern. Von diesen wird dabei gezielt eine Sprengladung abgeworfen.
Dabei handelt es sich entweder um eine Wurf- oder eine Stangenladung.
Diese werden im Bereich der Zugzone – der oberen Kuppe eines gefährdeten Hanges – platziert und mittels Zeitzündschnur ausgelöst. Im Gegensatz zur Wurfladung kann die Stangenladung punktgenau eingesetzt werden.

 

 

Handladung

Die Handladung ist eine einfache Sprengladung, versehen mit einer Sprengkapsel, Zeitzündschnur und einer je nach Bedarf bis zu 20 Meter langen Rückhalteschnur.
Die Handladung wird händisch am Ort des Zündpunktes abgelegt, bzw. mit der Rückhalteschnur abgelassen.

 

 

Wurfladung

Die Wurfladung ist eine um einen Holzpfahl herum angebrachte Sprengladung.
Unterhalb und oberhalb der Sprengladung werden kreuzweise zwei Streben befestigt, die den Zweck haben, die Ladung in der Schneeoberfläche zu verankern und gegen Abrutschen zu sichern.

Stangenladung

Die Stangenladung besteht aus fünf Kilogramm Hexogen oder Nitropenta, welches an einem ca. zwei Meter langen, unten zugespitzten Holzpfahl befestigt wird.
Um ein Versagen der Zündung auschließen zu können, wird die Ladung mit zwei Zeitzündschnüren versehen.
Am oberen Ende des Pfahles wird eine 50 m lange Absenkschnur angebracht, mit deren Hilfe die gesamte Konstruktion punktgenau an der gewünschten Stelle platziert werden kann.
Der optimale Zündpunkt für die Ladung befindet sich eineinhalb bis drei Meter über der Schneedecke.


Letzte Vorbereitungen an einer Stangenladung


Absenken einer Stangenladung