Der Heeresbergführerlehrgang

 

Die Ausbildung zum Heeresbergführer (HBF) ist keine Laufbahnausbildung sondern stellt eine Zusatzqualifikation dar und wird gemeinsam durch die Bundeswehr (Bw) und das Österreichische Bundesheer (ÖBH) durchgeführt.

Die Ausbildung zum HBF soll dazu befähigen militärische Aufträge unter allen Bedingungen im Hochgebirge zu erfüllen, Kommandanten für Einsätze im Hochgebirge zu beraten, die Truppengebirgsausbildung (TGebA) und die Ausbildung zum Heereshochgebirgsspezialisten (HHGS) zu leiten und/oder durchzuführen. Dabei wird der Lehrgangsteilnehmer (LGTln) auch psychischen und physischen Belastungen ausgesetzt und an seine körperliche Leistungsfähigkeit herangeführt.

 

Die Ausbildung zum HBF erfolgt in einem Lehrgang (LG) mit zwei Modulen, einen Sommerteil und einen Winterteil. Diese beiden Module werden innerhalb eines Jahres absolviert und beinhalten weiters die Befähigung zum Heeresflugretter und Lawinensprengbefugten. Die Ausbildung zum HBF ist immer mit dem Sommerteil des HBFLG zu beginnen.

Der HBFLG dauert insgesamt 36 Wochen wobei die Wochenenden grundsätzlich ausbildungsfrei sind. Bei Verlegungen, die ein oder mehrere Wochenenden einschließen, kann auch an den Samstagen und Sonntagen Ausbildung durchgeführt werden. Die Zeiten dienstlicher Inanspruchnahme welche über 46 Stunden pro Wochen hinausgehen, werden in der Regel durch Zeitausgleich abgebaut bzw. teilweise bezahlt.

 

Der Abschluss der Ausbildung zum HBF hat grundsätzlich innerhalb eines Jahres zu erfolgen. Fällt ein LGTln, insbesondere aus gesundheitlichen Gründen, während des Lehrganges aus, entscheidet der Prüfungsausschuss, unter welchen Voraussetzungen der ausgeschiedenen LGTln in wieder in einen neuen Lehrgang einsteigen darf.

Nach erfolgreich absolvierter Ausbildung zum HBF ist eine weitergehende Qualifizierung zum Heeresschilehrer (HSL) möglich.

Die angeführten Grafiken geben einen Überblick über die geplante Durchführung des HBF-LGes 2016/17.

Was sind die Aufgaben eines Heeresbergführers?

 

·         Beratung von Kommandanten bei der Planung und Durchführung eines Einsatzes im Gebirge

·         Ausbildung von Soldaten

·         Leitung und Durchführung von Bergrettungseinsätzen

·         Durchführung von militärischen Einsätzen im schwierigen und schwierigsten Gebirgsgelände (HBF Truppführer)

·         Beratung und Betreuung der Soldaten und Soldatinnen bei außerdienstlichen Berg- und Schitouren

·         Mitwirkung bei der Auswahl und Ausbildung des HBF-Nachwuchses der Truppe

 

 

Was muss ein Heeresbergführer können?

 

·         Kommandanten bei der Planung, Vorbereitung und Durchführung von Einsätzen im Gebirge beraten und im Führungsverfahren mitwirken

·         mit militärischer Ausrüstung unter allen Umweltbedingungen Soldaten im Schwierigkeitsgrad IV führen

·         mit alpiner Ausrüstung im Schwierigkeitsgrad V+ gebirgstechnisch führen (steigeisenfeste Schuhe)

·         Rettungseinsätze leiten sowie als Heeresflugretter Einsätze durchführen

·         schwierige Geländeabschnitte im Gebirge für die Truppe gangbar machen

·         Lawinen, auch aus Hubschraubern, absprengen

·         die TGebA und die qualifizierte Gebirgsausbildung (qualGebA) bis zum HHGS, bei besondere Eignung bis zum HBF, leiten bzw. als Ausbilder die Inhalte vermitteln

Welche Zulassungsbedingungen gibt es?

 

·         abgeschlossene Grundausbildung zum Offizier oder Unteroffizier

·         absehbare Nutzungsphase (mindestens 2 Jahre)

·         truppenärztliche Einstiegsuntersuchung für die qualGebA hinsichtlich Tauglichkeit für die HBF-Ausbildung,

·         gültige positive Zulassungsprüfung qualGebA (für Frauen und Männer gelten folgende Limits gleichermaßen: Liegestütz: 25, Klimmzüge: 3, 2400m-Lauf: 11:00 min)

·         Truppensprengbefugnis bis zum Beginn des Winterteiles (wird im Anschluss an den HBFLG-Sommer am GebKpfZ ausgebildet)

·         Nachweis von min. 10 Touren im Alpinen Gelände (Fels, Eis, Schitouren)

·         verfügbarer Lehrgangsplatz sowie Prioritätenzuordnung

Was muss der man bei der Einstiegsüberprüfung können?

 

·         sicheres, seilfreies Steigen und Gehen im absturzgefährdetem Schrofengelände

·         den Schwierigkeitsgrad UIAA 4+ im alpinen Gelände im Verstieg mit schweren Profilschuhen beherrschen

·         Bewältigung eines Eis-mixed-Parcours unter Anwendung der Grundtechniken des Gehens im Eis mit Steilstufen bis 60 Grad im Vorstieg

·         sicheres und kontrolliertes Kurvenfahren in paralleler Schistellung und verschieden großen Radien in unterschiedlich steilem (auch extrem steilem), unverspurtem Gelände, mit Rucksack und dienstlicher Schiausrüstung

·         Konditionsprüfung: einen Gebirgsmarsch mit ca. 5 km Länge und ca. 700 Höhenmetern im Anstieg mit dienstlich gelieferter Ausrüstung und Gepäck (12 kg) in einer Zeit von unter 60 Minuten bewältigen

·         Theoretische und praktische Prüfung Inhalte der HHGS-Ausbildung (Theorie und Seiltechnik HGA/HHGS)


 

Wo erhalte ich weitere Informationen?

 

·         Allgemein:

Bei deinem HBF

 

·         Aktueller HBFLG:
Im Internet unter:
www.bundesheer.at > Streitkräfte > Ausbildung > Heeresbergführerlehrgang

 

·         Ausbildungsstelle:
Gebirgskampfzentrum
Wallnerkaserne
Ramseiderstraße
5760 Saalfelden
Tel. 050201 - 85 – 0
Mail:
hts.gebkpfz@bmlvs.gv.at

 

·         Alle Unterlagen:
Im Intranet des ÖBH unter:
www.hts.intra.bmlv.at/gebkpfz/index.html