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Nachruf für Oberst i.R. Horst SCHNEIDER
04.01.1939 - 05.05.2015

Am 5. Mai ist Oberst i.R. Horst Schneider nach einem nur wenige Wochen dauernden schweren Leiden im 77. Lebensjahr im Krankenhaus St. Johann verstorben.

„Die Freiheit der Berge liebe ich mit Recht, oben bin ich König, unten der Knecht“.

Diesen Spruch wünschte sich der äußerst erfahrene und bekannte Heeres-und Zivilbergführer und Skiführer ausdrücklich auf seiner Parte. Damit wollte er mit Sicherheit „seine“ Berge und die damit verbundene Freiheit als seinen Lebensinhalt als Offizier und Alpinist des österreichischen Bundesheeres untermauern.

Was er sich außerdem ausdrücklich wünschte, war kein militärisches Begräbnis, sondern die Beisetzung seiner Urne im unmittelbaren Familienkreis am Bauernhof seiner Tochter sowie eine „möglichst lustig“ ausklingende Feier im Kreise seiner engsten Kletterkameraden, seiner Touren- und seiner Musikerfreunde.

Sein „letzter Auftrag“ sozusagen, keinen Dienstgrad auf seine Parte hinaufzuschreiben, entsprach ganz seiner persönlichen, gelebten Bescheidenheit, obwohl er ein überzeugter und stolzer Offizier war.

Mit dem Ableben von Horst Schneider verloren wir einen hoch erfahrenen Alpinisten, seine Bergabenteuer führten ihn rund um die Erde. 1972 verhinderte nur ein epochaler Schneesturm den Gipfelsieg am Mount Everest. Eine Woche lang war Horst Schneider in der Todeszone über 7000 Meter im Zelt auf dem Dach der Welt eingeschlossen. 1973 gelang ihm die Durchsteigung der berühmt-berüchtigten Eiger-Nordwand, die bekanntlich unter den Top 100-Begehungen geführt wird.

Sein erster alpin-militärischen Höhepunkt war das Unternehmen „Christaturm“ im Wilden Kaiser, wo er als junger Oberleutnant mit seiner 1. Kp/JgB 21 mit voller Ausrüstung und Bewaffnung die Tour im V. Schwierigkeitsgrad bewältigte. Schon damals zeichnete ihn sein Fähigkeit und Gabe , junge Kameraden zu motivieren, besonders aus. Niemals verlangte er von einem mehr, als er selbst in der Lage war, zu bringen.

Ab dem Jahre 1974 prägte Horst Schneider als Hauptlehroffizier der Jägerschule 13 Jahre lang maßgeblich die Alpinausbildung im österreichischen Bundesheer. Er stellte zugunsten einer gediegenen alpintechnischen und gebirgskampforientierten Ausbildung das „Gipfelsammeln“ bei Alpinkursen ein und legte zugleich auch ein besonderes Schwergewicht auf die für ihn so wichtige Kameradschaft.
Nach seiner Versetzung zum TÜPl Hochfilzen, welchen er als Kommandant fast 10 Jahre erfolgreich führte, unternahm er mit seinen Freunden eine Vielzahl von Touren in den West- und Ostalpen.

Noch im vergangenen Sommer führte er Touren im VI. Schwierigkeitsgrad im Kaisergebirge. Umso überraschender war daher für uns alle sein plötzlicher Tod.
Durch die zahllosen lustigen Erlebnisse mit - und Erzählungen über Horst Schneider werden wir ihn noch lange als eine ganz besondere Persönlichkeit und vorbildlichen Kameraden in unseren Erinnerungen behalten.