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Nachruf für Vzlt i.R. Helmuth LASNIG
15.05.1941 - 12.02.2015

Getreu Deinem Motto: "Kameraden werden zugewiesen, Freunde suche ich mir selber aus" und ich das Privileg hatte, nicht nur Dein Kamerad sondern auch, nach Deiner eigenen Definition, Dein bester Freund zu sein stehe ich jetzt hier um mich von Dir zu verabschieden und Dir die letzte Ehre zu erweisen.

Du bist als 17 jähriger im Sommer 1958 in die neueröffnete Garnison BLEIBURG zur 3. Kp/JgB 25 freiwillig eingerückt wo Du auch die Grundausbildung erhalten hast. Sehr früh wurde Dein sportliches Talent erkannt und Du wurdest, wegen der besseren Trainingsmöglichkeiten im Frühjahr 1959 nach Klagenfurt in die Khevenhüllerkaserne, zur 1.Kp/JgB 25 versetzt wo auch bis zu Deiner Versetzung in den Ruhestand Deine militärische Heimat war. Dort haben sich unsere Wege das erste Mal gekreuzt, es war Freundschaft auf den ersten Blick, welche durch nichts zu erschüttern war. Du hast sehr zielstrebig Deine Karriere verfolgt, Dienstprüfungen und Laufbahnkurse in der kürzest möglichen Zeit absolviert und bravourös gemeistert. Das war Dir aber nicht genug und Du hast Dich weiteren Zusatzausbildungen zum Heeressportlehrer und -trainer, Heeresschilehrer, Heeresbergführer und Fallschirmspringer unterzogen und warst einer der jüngsten Heeresbergführer Österr. Man kann mit Fug und Recht behaupten dass Du einer der bestausgebildeten Unteroffiziere des Heeres warst. Auch Deine sportlichen Erfolge waren beeindruckend, mehrfacher Bataillonsmeister im mil Fünfkampf und Orientierungslauf, internationaler militärischer Fünfkämpfer in der österreichischen Heeresauswahl mit Siegen in HGr-Werfen, Schießen und auf der Hindernisbahn wo Dein Rekord jahrelang gehalten hat.

Deinen Vorgesetzten warst Du ein loyaler aber kein pflegeleichter, bequemer Untergebener. Im Gegenteil, Du hast Deine Meinung immer konsequent vertreten und so manchen Strauß mit Deinen Kdten ausgefochten, meistens zu Deinen Gunsten, denn bezüglich mil Wissen, Kompetenz und Führungsqualitäten konnte Dir so leicht niemand das Wasser reichen. Respektiert wurdest Du allemal. Für Deine UO-Kameraden warst Du eine anerkannte Instanz, Vorbild und Leitfigur, oft kopiert aber selten erreicht, Helfer in jeder Notlage, hast wenn es gepasst hat auch ausgiebig gefeiert aber auch einigen den Kopf zurechtgerückt wenn die Dienstleistung nicht Deinen Vorstellungen entsprochen hat. Deine Untergebenen, junge Burschen die Dir anvertraut wurden und es werden einige Hundert gewesen sein hast Du zu hervorragenden Soldaten ausgebildet und zu tüchtigen Männern geformt. Du warst ein strenger, dienstfordernder, ja oft harter Vorgesetzter aber immer gerecht, fürsorglich um das Wohl deiner "Buam", wie Du sie genannt hast, besorgt. Hast nur das verlangt was Du selber zu geben bereit warst. Du bist auch nie dem Zeitgeist gefolgt welcher leider auch in der Armee Eingang gefunden hat, hast nicht debattiert, diskutiert oder Deine Befehle und Anweisungen lang und breit erörtert. Gehandelt hast Du nach dem Motto: "Es gibt nur einen Chef und der bin ich". Und so sind sie Dir motiviert und willig gefolgt, zu unzähligen Übungen und Manövern, Verlegungen auf Truppenübungsplätze, ins Hochgebirge oder wochenlangen Grenzeinsätzen ins Burgenland. Nicht nur weil es das Wehrgesetz so vorsieht sondern weil Du durch Beispiel und Vorbild den Sinn des Heeres und der Landeverteidigung gelebt hast. Viele Deiner "Buam", heute gestandene Männer, sind hier, um Dir mit Tränen in den Augen die letzte Ehre zu erweisen.

Auch bei vielen, insgesamt mehrjährigen UN-Einsätzen, hast Du in Zypern und am Golan Deine Spuren hinterlassen, immer in verantwortungsvollen, fordernden und schwierigen Funktionen. Im Zypernkonflikt während der türkischen Invasion hast Du als Kdt eines motorisierten Observer-Trps hervorragende Arbeit geleistet. Erst auf Grund Deiner präzisen Aufklärung und Beobachtung konnte ein entsprechend Lagebild für die UN Zentrale erstellt werden. Dies unter extremen Bedingungen, ständigen JaBo Angriffen und Flachfeuer beschuß, was vier Deiner Kameraden nicht überlebt haben und gefallen sind. Am Golan hast Du als Kdt/KdoGrp, die höchste für einen UO vorgesehene Funktion ausgeübt. Deiner Mitwirkung war es unter anderem zu verdanken, dass das sogenannte " Familymeeting ", wo es der durch Grenzzaun und Minengürtel getrennter Bevölkerung ermöglicht wurde zu bestimmten Zeiten zusammenzutreffen. Dies hat Dir bei der Bevölkerung hohes Ansehen eingebracht.

Deine Leistungen und Verdienste haben auch entsprechende Anerkennung gefunden. Deine Dienstbeurteilungen waren immer die Besten. Orden und Ehrenzeichen wurden Dir verliehen, hervorheben möchte ich das silberne Verdienstzeichen der Republik, den Friedensnobelpreis der UN-Truppe. Verdienstzeichen für den Grenz- und Hochwassereinsatz. Besonders stolz warst Du auf die Verleihung des Ehrenbarettes des JgB 25. Du hast nie viel Aufsehen darüber gemacht aber gefreut hat es Dich trotzdem als Zeichen der Anerkennung.

Der jahrzehntelange Raubbau und Beanspruchung Deines Körpers durch sportliche und dienstliche Anforderungen welche Du immer zu 100% erfüllt hast sowie die Folgen eines im Dienst erlittenen Lawinenunglücks wo Du verschüttet wurdest und nur knapp dem Tode entronnen bist, haben dazu beigetragen das die Leistungsfähigkeit wie Du sie gewohnt warst, nicht mehr gegeben war und Du nach 35 Dienstjahren in der vorzeitigen Ruhestand getreten bist. In den letzten Jahren und Wochen konntest Du den Alltag nur unter großen Schmerzen und hochdosierten Medikamenten bewältigen, auch eine vor kurzen durchgeführte Operation hat daran nichts geändert. So ist in Dir, sicher wohlüberlegt, ein Entschluss gereift, welcher uns in letzter Konsequenz hierher geführt hat.
Viele werden es nicht verstehen, zu respektieren haben es Alle!!

Vzlt i.R. Gottfried Puff

 

Hptm Ulf REMP führt hier noch einige Blitzlichter und Hintergrundinformationen an, welche vor allem für unsere jüngeren Kameraden interessant sind. Diese sollen veranschaulichen, welches Urgestein und Vorbild uns verlassen hat.

Helmut LASNIG
• war Weltmeister auf der Hindernisbahn und im Handgranatenwerfen
• war zusätzlich zum Heeresbergführer auch im Heeresschilehrerausbilderkader
• war Mitglied im Nationalteam militärischer Fünfkampf, in welchem er bei Wettkämpfen von Norwegen über die Schweiz bis hin nach Italien die österreichische Fahne hochgehalten hat
• hat als erster und vermutlich einziger Fallschirmjäger des JgB25 eine „Außenlandung“ nicht, wie vorgesehen auf dem Sportplatz, sondern aufgrund einer Windböe auf dem Dach der 1.JgKp gemacht (unverletzt).
• hat als (Zugs-)Kommandant das Credo „als erster kommen und als letzter gehen“ vorgelebt
• hat zwar keine herausragende Erstbesteigungen und Begehungen vorzuweisen gehabt, war jedoch ein richtiger Truppenbergführer. Die Vermittlung des Wissens an die ihm anvertrauten Soldaten war ihm wichtiger als große persönliche Individualziele.
• hat wie oben angesprochen in den 70er bis Anfang der 90er 10 Auslandseinsätze auf den GOLANHÖHEN und auf ZYPERN absolviert.

Wenige haben heute die Größe, die hinterlassenen Fußstapfen des Vzlt i.R. Helmut LASNIG ausfüllen zu können.
Als „Jung-Heeresbergführer“ war es eine Ehre, bei der feierlich gestalteten Verabschiedung teilnehmen zu dürfen.