Rückblick auf das Leben von Vzlt Franz STANGL

Franz Xaver STANGL erblickte am 23. Sept. 1928 als 10. Kind in GROSSRAMING das Licht der Welt. Seine Eltern waren Serafine und Peter STANGL. Für die kinderreiche Familie wie auch für Franz war eine harte Kindheit vorgezeichnet.

Franz STANGL besuchte dort die Volksschule und wurde zu Kriegsbeginn in das damalige Sudetenland in ein Heim gebracht. Während des 2. Weltkrieges musste Franz wie viele andere Jugendliche im Krieg mitwirken.

Während der Kriegszeit lernte er im heutigen Tschechien das Handwerk zum Fotografen und an seinen freien Wochenenden verbrachte er die Zeit mit seinen Freunden an der Kletterwand. Schon hier zeichnete sich eine Leidenschaft zum Klettern ab und man konnte ihn kaum bremsen „den Berg auf und ab zu steigen“. Diese Leidenschaft sollte bis ins hohe Alter anhalten.

Nachdem die Kriegszeit endlich zu Ende war, kamen alle nach Österreich und Deutschland zurück und Franz entschied sich danach zu seiner Schwester nach Wien zu fahren. Da er jedoch durch die schwere Kriegszeit mitgenommen war konnte er die dort angefangene Tischlerlehre nicht zu Ende bringen und ging zurück nach GROSSRAMING auf einen Bauernhof.

Er half auf dem Hof tüchtig mit und war sich keiner Arbeit zu gut. So kam es dann auch dazu, dass er bei der Eisenbahn weiter Arbeit fand. 1955 packte ihn jedoch wieder seine Leidenschaft - die Berge - und er ging zum neuaufgestellten Österreichischen Bundesheer wo er in weiterer Folge seinen Lebensinhalt fand und sich in seiner UO-Laufbahn bis zum Vizeleutnant hochdiente.

Seine militärischen Stationen waren:
1955 bei der provisorischen Grenzschutzabteilung in SOLLBAD HALL, 1956 beim JgB26 in LIENZ und ab 1957 Geschützführer in LANGENLEBARN. Danach wurde er unmittelbar ZgKdt bei der FlABt 1 in ZELTWEG wo er dann bis zur Pensionierung im Jahre 1987 als NUO und FzUO bei der StbBt/FlAB2 eingesetzt war.

Die StbBt begeht heuer ihr 50jähriges Bestehen und Franz STANGL war deren 1. NUO im Jahre 1963. Dazwischen lagen AuslE 1972 und 1974 auf ZYPERN sowie 1981/82 auf den GOLAN HÖHEN. Vzlt STANGL wurde ausgezeichnet mit der Silbernen Verdienstmedaille der Republik Österreich, den WDZ 1. – 3. Kl. sowie den UN-Einsatzmedaillen. Mit viel Stolz trug er allerdings das Heeresbergführer- und Schilehrerabzeichen auch im täglichen Dienstbetrieb.

So war er dienstlich viel in Tirol unterwegs und bestieg jeden Berg der ihm in die Quere kam mit großem Elan und Begeisterung. Als er dann ab 1957 in ZELTWEG stationiert war standen wöchentliche Ausflüge mit seinen Kameraden am Programm.

Zum Essen gingen sie immer ins „Gasthaus Leitner“, wo ihm sofort das nette Mädl im Dirndl auffiel. Wegen des guten Essens, aber vor allem wegen ihr ging er oft und gerne dorthin. So lernte er seine große Liebe Elisabeth kennen, die er 1958 zur Frau nahm. Gemeinsam mit seinem „Weiberl“, wie er sie immer liebevoll nannte, brachten sie fünf Kinder, Franz, Hans, Hermann, Peter und seine Tochter Elisabeth zur Welt. Auch diese nahm er oft auf die Berge mit. Mit der Zeit kamen auch seine vielen Enkelkinder zur Welt, …………………(super gekümmert!)

Franz STANGL war ein offener und lustiger Mensch und hat sein Leben gerne in Gesellschaft verbracht. Für seine Familie und Freunde hat er immer alles gegeben was möglich war und genau so sollten wir ihn in Erinnerung behalten.

Auch wenn er nun an einem anderen Ort ist, wird seine Familie und auch Freunde immer an ihn denken und er wird immer einen Platz in unseren Herzen haben.

Wir verabschieden uns von Vzlt Franz STANGL mit einem herzlichen und aufrichtigen „Berg Heil!“

 

Abrundende Anmerkung von Oberst Franz GAMWEGER.

„Ich lernte Franz im Jahre 1979 im Zuge eines Hochalpinisten Kurses der Theresianischen Militärakademie kennen. Franz war ein sehr guter Alpinist. Vor allem fiel mir sein „ g’sunder Schmäh“ auf, mit dem er die Militärakademiker bei der Stange hielt.

Ganz besonders in guter Erinnerung ist mir seine Sangesgabe. Der „Kuahdutt’n-Jodler“ oder der „Lorenziberg“ ist mir in bester Erinnerung geblieben. Ich habe mit Franz viele male diese Lieder gesungen. Imponiert hat mir in weiterer Folge auch seine fortsetzende Sportlichkeit. Z.B. bestieg er in den Jahren nach seiner Pensionierung den ZIRBITZKOGEL jährlich fast 100-mal!!!

F.G. e.h.