Bosnien
und Herzegowina
Hauptstadt: Sarajevo
Fläche: 51.129 km²
Einwohnerzahl: 4,498,976
Überblick:
Bosnien
und Herzegowina (BuH) befindet sich im mittlerem Teil der balkanischen
Halbinsel. Im Norden, Westen und Südwesten grenzt es mit der
Republik Kroatien, und Osten bzw. im Südosten mit Serbien bzw.
Montenegro. BuH hat einen kleinen Zugang ans Meer in der Küstenlänge
von ungefähr 21 km bei Neum. BuH hat eine insgesamt 1.459 km
lange Außengrenze.
Der
Friedensvertrag von BuH wurde am 21.11.1995 in Dayton unterzeichnet
und am 14.12.1995 in Paris unterschrieben. Damit ist die Regierungsform
und die administrative Gliederung von BuH festgelegt. BuH wird administartiv
in zwei Gebiete gegliedert: Föderation BuH (51%) und Republika
Srpska (49%). Die Föderation BuH wird zusätzlich noch
in 10 Kantone geteilt und die Kantone werden in Gemeinden geteilt,
während die Republika Srpska eher zentralistisch strukturiert
ist.
Der
Großteil BuHs wird vom Dinarischen Gebirge
geprägt. Die höchstgelegenen Gebiete des Landes befinden
sich im Südosten, an der historischen Grenze zwischen Bosnien
und der Herzegowina. Der Gipfel des südlich von Foca an der
montenegrinischen Grenze gelegenen Maglic-Massivs ist mit 2.386
m der höchste Punkt. Der Rest des Landes ist vorwiegend
von Mittelgebirgslandschaft geprägt. Die hohe Löslichkeit
des Kalkgesteins führt zur Verkarstung eines großen Teiles
des Landes. Das Wasser fließt in vielen Gebieten nicht oberflächlich
ab, sondern versickert und fließt unterirdisch in Höhlensystemen
weiter, die Zahl ständig wasserführender Flüsse ist
daher eher gering. An seiner Nordgrenze hat BuH Anteil an der Pannonischen
Tiefebene, die sich hier im Bereich der Save-Niederung erstreckt.
Die
wichtigsten Flüsse des Landes sind Save und Drina, die BuH
im Norden und Osten begrenzen, sowie die Bosna, welche im Landesinneren
entspringt und in die Save mündet. Fast das gesamte Gebiet
Bosniens gehört zum Einzugsgebiet der Save bzw. des Schwarzen
Meeres, während die Flüsse der Herzegowina in die Adria
entwässern.
Die Täler der größeren Flüsse BuHs erstrecken
sich fast ausschließlich in Nord-Süd-Richtung, was für
die Siedlungs- und Verkehrsgeschichte des Landes von Bedeutung ist.
Zu den größeren Flüssen zählen die Una und
Sana, der Vrbas und die Neretva. Alle Flüsse in BuH sind nicht
schiffbar.
BuH hat wenige bedeutende Seen. Die meisten großen Stillgewässer
wurden künstlich angestaut. Der größte natürliche
See des Landes ist der Buško jezero an der kroatischen Grenze
bei Livno. Große Stauseen gibt es an Drina, Neretva, Vrbas
und Trebišnjica.
Der größte Teil des Landes wird von kontinentalem Klima
geprägt. Die Sommer sind in der Regel sehr heiß, die
Winter kalt. In den höher gelegenen Landesteilen sind die kurzen
Sommer kühler, die Winter lang und mitunter sehr kalt. Der
schmale Küstenabschnitt ist mediterran beeinflusst. Die Temperaturen
liegen dort über jenen des Landesinneren, die Winter sind regnerisch.
In Sarajevo beträgt die mittlere Monatstemperatur im Januar
etwa 1°C, im Juli ca. 21°C
Tourismus:
Wintersport
in BuH beschränkt sich vorwiegend auf die großen Schigebiete
im Raum Sarajevo aus der Zeit der Olympischen Spiele von 1984, der
Jahorina und der Bjelasnica. Es gibt noch kleinere Schizentren im
Raum Travnik am Vlasic und im Raum Kupres, die erwähnenswert
wären. In den letzten beiden Jahren sind zwar einige Investitionen
sowohl in Aufstiegshilfen als auch die Hotellerie gemacht worden,
vieles erinnert aber noch an den Standard aus der Zeit der Olympiade.
Ein großes Hindernis an einer entsprechenden Entwicklung des
Winter- wie des Sommertourismus, trägt neben der Zeit des Krieges
auch die Zeit danach bei, die in vielen Bereichen ein Zusammenleben
erschwerten. Andererseits ist vor allem der ehemalige Frontverlauf
mit Minen gepflastert und schränkt ungehinderte Ausflüge
ins Grüne sehr ein. Die Begeisterung in der Bevölkerung
für einen Schiausflug bzw. zu Grillveranstaltungen in die Berge
ist aber sehr hoch. Die höchste Erhebung auf der Jahorina,
ca. 25 km von Sarajevo mit dem Auto entfernt, ist der Palosevina
(1848m).
Das Land selber hätte eine Unzahl von Freizeitmöglichkeiten
zu bieten. Alle Outdoor Aktivitäten (Berggehen, Mountainbiken,
Wildwasserfahren, Raften, Klettern, Paragliden, Kayaken, Schitouren,
usw.) könnten hier umgesetzt werden.
Bergsport:
Das
alpine Klettern ist besonders in der Herzegowina möglich. Hier
wären vor allem die Prenj, Cvrsnica und Cabulja Berge in der
Zentralherzegowina zu nennen. Veliki Kuk soll eine der besten Outdoor
Kletterarenen im Land sein. Natürlich sind die Markierung der
Zufahrten, Parkmöglichkeiten mit allem darum herum und die
Absicherung des Geländes nicht mit unseren Standards vergleichbar.
Wie schon oben erwähnt ist aber einer der größten
Hemmschuhe die Verminung des Landes. Als nächstes fehlt es
an entsprechenden Organisationen bzw. Einrichtungen. Seit kurzem
hat man das Potenzial erkannt und man beginnt mit internationaler
Unterstützung über den Aufbau des Tourismus in diesem
Bereich nachzudenken. Es gibt bisher einige Vereine bzw. Selbstunternehmer,
die geführte Touren anbieten. Diese Vereine wurden/werden mit
Hilfe von Ausländern aufgebaut und geführt. Mit der Entwicklung
in diese Richtung müsste aber auch parallel dazu das Bewusstsein
der Bevölkerung zur Natur sensibilisiert werden. So wird man
nach einem schönen Ausflug in die Landschaft bei der Annäherung
an bebautes Gebiet sehr schnell von der Realität wieder eingeholt.
Man wird von mit Plastiksäckchen behangenen Flussufern oder
einer unzähligen Anzahl wilder Mülldeponien empfangen.
Es gibt auch verschiedene Nationalparks in BuH. So befindet sich
im ca. 17.500 ha großen Sutjeska National Park einer der letzten
unberührten Wälder Europas. Im Nationalpark befindet sich
auch die höchste Erhebung von BuH, der an der Grenze zu Montenegro
befindliche Maglic (2.386m).
Die Berglandschaft hat sehr viele Ähnlichkeiten mit der unseren
und ist man unterwegs, trifft man sehr oft auf Gleichgesinnte. Nicht
selten kommt man bei seinen Touren in Gegenden, die einige Jahrzehnte
hinter der heutigen Zeit sind. Die Bevölkerung ist aber sehr
gastfreundlich. Selbstredend kann man bei diversen Unterkünften
nicht unseren gewohnten Standard erwarten. Mann kann aber sehr wohl
Unterkünfte finden und in letzter Zeit auch neuere. Man hat
wieder begonnen zerstörte Berghütten zu renovieren. Die
Landschaft ist aber sehr vielfältig and lässt genug Spielraum
für diverse Unternehmungen. Eine Anreise zu den verschiedenen
Ausflugszielen sollte am besten mit eigenen Transportmitteln erfolgen.
Dabei muss man sich aber bewusst sein, dass es noch Jahrzehnte dauern
wird, bis man einen Straßenausbau wie bei uns zu Hause vorfindet.