
Oberst
Ernst KONZETT
Kommandant der
6. Jägerbrigade
Andreas HOFER-Kaserne
6061 ABSAM
Mount FITZ ROY – PATAGONIEN
Imposantes
Felsmassiv am südlichsten Ende der Anden. Benannt nach dem britischen Kapitän
Robert Fitz Roy, der mit dem Forscher Charles Darwin, den von den Indios El
CHALTEN („Der Rauchende“) genannten Granitgipfel, als erste Weiße 1834 zum
ersten Mal zu Gesicht bekamen. Bekannt wurden die Berge Patagoniens unter
den Alpinisten vor allem durch ihre bizarre Formen, die hohen Kletterschwierigkeiten,
die Schönheit der Landschaft und die extremen Klima- und Wetterverhältnisse.
Die Erstbesteigung des FITZ ROY gelang 1952 den Franzosen Lionel Terray und
Guido Magnone über den Südpfeiler (VI A3). Inzwischen existieren mehrere,
aufgrund des sehr stürmischen Wetters, meist im Expeditionsstil erstbegangene
Anstiege.
1984
wurde die Route “Via Franco – Argentina” (VI+/A2 bzw. 7+) als Direktvariante
der “Franzosenführe” eröffnet.
Die 5. Begehung dieser Route hat 1986 Ernst KONZETT zusammen mit Reinhard SPERGER (Bergführer aus Vorarlberg) durchgeführt. Der Heersbergführer Hans BÄRNTHALER (im Himalaya verunglückt) hat bei der gemeinsamen Expedition mit Ewald LIDL ebenfalls den Gipfel erreicht.
<< Mit Sturmanzug, Schibrille, Rucksack und schweren Plastikschuhen
im VI. Grad
Charakteristik
der Tour:
Der
Weg zum „Campo Base“ auf 700 m Meereshöhe führt vom letzten bewohnten
Ort Calafate mit dem Geländeauto durch die steppenartige „Pampa“ über eine
100 km lange Schotterpiste und weiter zu Fuß durch faszinierende subarktische
Urwälder. Vom Basislager führt der lange Zustieg über Moränen und tief verschneite
Gletscher, ab dem Bergschrund über kombiniertes Gelände (7 Seillängen, bis
-VI 60°) zu einer Scharte der „Brecha de los Italianos“ auf 2627m. 16 schwierige
Seillängen sind auf der Direktroute „Via Franco-Argentina“
mit Kletterschwierigkeiten meist zwischen V und VI+/A2 bzw. VII+ zum Gipfel
des FITZ ROY 3441m zu klettern.
Erschwerend beim Klettern ist der pausenlose starke Wind, die Kälte und die dafür notwendige warme Sturmbekleidung. Eisüberzogene Felspassagen müssen häufig mit Steigeisen geklettert werden.
<< Der Gipfel des FITZ ROY - so nah und doch so fern.

Nach
mehreren Versuchen innerhalb von 3 Wochen mit kräftezehrenden Biwaks in Eishöhlen
und auf schmalen Felssimsen, tagelangen Abseilmanövern im Sturm wurde der
Gipfel schlussendlich vom Basislager in 24 Stunden in einem Zug erklettert:
<< Bizarre Granitnadeln am Ende der "Pampa". Rechts der FITZ ROY links der CERRO TORRE mit TORRE EGGER, der nach dem verunglückten österr. Alpinisten aus OSTTIROL benannt ist.

„Am 6. Dezember um 2200 Uhr stieg der Luftdruck wieder. Sofort packten wir zusammen und stapften mit den letzten zwei Tafeln Schokolade als Verpflegung wieder einmal durch den tiefen Schnee die ganze Nacht zum Einstieg. Wir wussten, dass dies für uns der letzte Versuch war. Den ganzen Tag kletterten wir wie Maschinen.
Am
7. Dezember um 2200 Uhr standen wir in der subpolaren Dämmerung am Gipfel
und schauten hin zum Cerro Torre
und über den Hielo Continental der
unendlichen Weite der größten Inlandeisfläche der Erde.
Ein
unvergesslicher Anblick“.

<< Faszinierender Blick vom Gipfel des FITZ ROY zum CERRO TORRE und über das patagonische Inlandeis.
Weitere Touren:
Ernst KONZETT kletterte
alle großen Nordwände der Alpen (Eigernordwand, Matterhorn-Nordwand, den Walkerpfeiler
an der Grand Jorasses, die Norwände der Drei Zinnen und die Piz
Badile-Nordostwand) und erstieg zusammen mit dem Vorarlberger Heeresbergführer
SCHWÄRZLER Siegfried den Mt. Mc KINLEY in Alaska.