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Nachruf/Würdigung:

Unser Heeresbergführerkamerad Oberstarzt i.R.Prof. Dr. Elmar JENNY ist im 82. Lebensjahr in Innsbuck am 30. 08. 08 verstorben und am 06. 09 08 in Brand, Vorarlberg, mit militärischen Ehren unter Anwesenheit einer Abordnung von Heeresbergführern und einem Hubschrauberüberflug über dem offenen Grabe verabschiedet worden.

Persönlichkeit und Lebenswerk eines Menschen lassen sich nicht in Zahlen messen, bilden aber doch einen gewissen Einblick in das Wesen und Schaffen einer Person. Es sei mir erlaubt, als einer seiner zeitweisen Wegbegleiter insbesondere auf seine geradazu fanatisch betriebene Tätigkeit als Flugrettungsarzt und Heeresbergführer einzugehen.

Elmar Jenny ist 1958 als Oberleutnantarzt zur Brigadesanitätskpompanie in Innsbruck eingerückt und diente in verschiedene Verwendungen bis zur Pensionierung im Jahre 1988 als SanOffz.1962 wurde er zum HBF ernannt und war dann bis 1981 auch Fliegerarzt am Hubschrauberstützpunkt in SCHWAZ, Kurskommandant, Lehrer, Ausbilder bei ca 90 Bergführer-, Bergrettungs- und Flugrettungskursen, bei denen für den gesamten hochalpinen Bereich Österreichs territorial zuständige Flugretter und Flugrettungsärzte aus den Alpinkadern von Bundesheer und Bundesgendarmerie sowie aus dem zivilen Bergrettungsdienst ausgebildet wurden.

Ab Mitte der 50er Jahre bricht für die Bergrettung im Hochgebirge mit Elmar Jenny und seinen Mitarbeitern ( Prader Hans, damals Hauptmann, als Pilot,ein paar junge Heeresbergführer ) in Österreich und dann im gesamten Alpenbereich ein neues Zeitalter an. Elmar Jenny war ein Praktiker und setzte laufend Impulse. So entwickelte er für Verunglückte einen Bergesack ( Jenny Bag ) für die Hubschrauber-Windenbergung, der noch heute international in verbesserten Form verwendet wird. Allein schon mit dieser Erfindung geht Jennys Name in die Annalen der alpinen Bergrettung ein.

Den ersten Flugrettungseinsatz führte Elmar Jenny 1960 im Wilden Kaiser mit dem noch kolbenbetriebenen Hubschrauber Alouette II durch. 1970 ist er als Arzt bei der ersten Hubschrauber-Windenbergung mit dem Turbinenhelikopter Alouette III am Olperer in 3400m Höhe im Einsatz gewesen. Es folgten dann etwa 120 schwierige Einsätze wie in der Pallavicini Rinne, Lafatscher. Nordwand, Dachstein-Südwand und erste Nacht-Windenbergung in der Martinswand. Dabei konnten 126 Personen lebend geborgen werden, 53 leider nur noch tot.

All diese Leistungen wurden auch von der Öffentlichkeit erkannt und entsprechend gewürdigt. Von den vielen Auszeichnungen will ich nur die wichtigsten anführen: Goldenes - , Silbernes Ehrenzeichen-, Goldene Medaille am roten Band der Republik Österreich, Verdienstkreuz des Landes Tirol, Tiroler Lebensrettermedaille, Verdienstkreuz der Stadt Innsbruck, Verleihung des Berufstitels Professor.

Elmar Jenny war ein guter Kamerad. Die Zusammenarbeit mit ihm war nicht immer ganz einfach. Er war in seinen Ideen und Vorstellungen hinsichtlich der Flugrettung ein fanatischer, ideenreicher Pionier und zielstrebiger Wegbereiter, was ihm, den Heeresbergführern und dem Land Östereich internationale Aufmerksamkeit und Achtung brachte.
Ich bin sicher, dass all die Heeresbergführer, die unseren Kameraden Elmar kannten, ihn im Sinne des aussagekräftigen Spruches auf dem Sterbebild in Erinnerung behalten werden.

Die ewigen Berge waren sein Leben
und auch Ort seiner ärztlichen Hilfeleistung.

Bgdr i.R. Arthur Klocker, Oktober 08

Einige Bilder aus dem alpinmedizinischen Wirken des Verstorbenen. (Bilder von Helmut Bauer und MilKdo Tirol)