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Inferno- Abfahrtsrennen 2008
19. Jänner 2008 - Mürren in der Schweiz. Drei Gewinner
des TRUPPENDIENST-Gewinnspiels haben es geschafft - sie dürfen
sich Inferno-Teufel der 10 km langen Schiabfahrt vom 3 000 m hohen Schilthorn
nennen.
Die Vorgeschichte
Was haben nun das Inferno, die Redaktion TRUPPENDIENST und das Österreichische
Bundesheer gemeinsam? 10 km mit Skiern den Berg hinunterrasen ist nicht
Jedermanns
Sache. Es bedarf besonderen Mutes der Teilnehmer, insbesondere weil
die Strecke teilweise durch unpräpariertes Gelände führt-
Soldaten schienen prädestiniert dazu. TRUPPENDIENST ermöglichte
seinen Lesern die Teilnahme am Inferno und verloste in Kooperation mit
der Tourismus AG Wengen-Mürren-Lauterbrunnen drei Abfahrtsstartplätze
inklusive der gesamten Organisation, der Unterkunft und des Transportes.
Apropos Jedermann: Das Team Österreichisches Bundesheer - TRUPPENDIENST
bestand aus vier Männern und einer Frau in Person der ehemaligen
Frau Wachtmeister Ingrid Strohmaier vom Heerespersonalamt, der wir hier
auch gleich auf diesem Wege zur Beamtin gratulieren dürfen. Vizeleutnant
Robert Trixl von der Jägerschule Saalfelden und Hans Gesslbauer,
Landesschilehrer aus Ratten in der Steiermark waren neben Ingrid Strohmaier
die glücklichen Gewinner.
Abgerundet wurde das Team durch Hannes Schmid als Betreuer, der dem
Bundesheer durch die Gardemusik Wien verbunden blieb. Für die Mannschaftswertung
werden die vier besten Ergebnisse aus fünf Startern gewertet, Major
Michael Mayerböck, (Redakteur der Zeitschrift TRUPPENDIENST, Delegationsleiter
und Mannschaftsführer) nahm ebenfalls am Rennen teil.
Verlegung
Mit einem Bundesheerbus Ford Transit- schon alleine notwendig wegen
der bis zu 215 cm langen Abfahrtsschi - gings am 16. Jänner von
Wien los in Richtung Bludesch in Vorarlberg. Dort konnten die Gewinner
in der Walgau- Kaserne Truppenluft schnuppern: besonders für Hans
Gesslbauer, der als ziviler Leser gewonnen hatte, war der Erlebniswert,
in militärischen Mannschaftsunterkünften zu nächtigen,
hoch.
Am nächsten Tag gings weiter in die Schweiz. Nach insgesamt knappen
900 km Asphalt freuten sich schon alle auf griffigen Schnee unter den
Füßen.
Das schöne an der Tourismusregion in der das Rennen jährlich
stattfindet sind die autofreien Zonen. So parkt man auf 800 m und wohnt
ohne von Abgasen belästigt zu werden auf 1 638 m in Mürren
vis à vis der herrlichen Massive von Eiger, Mönch und Jungfrau.
Der Hausgipfel und Startpunkt des Infernorennens ist das Schilthorn
auf 2 970 m Höhe. Untergebracht werden die meisten Teams so auch
das Team Bundesheer in sogenannten Chalets, das sind Ferienwohnungen
in meist traditionellen Schweizerischen Berghäusern.
Training
Nun ist es ja nicht so, dass jedermann (frau!) aus dem Stand 10 km (die
orginal Streckenführung geht übrigens über 14,5 km, die
Länge ist jeweils von der Schneelage abhängig) teils durch
alpines Gelände, abfahren kann. Schon in der Ausschreibung des
Gewinnspiels war klar, dass körperliche Fitness, schifahrerisches
Können und Mut zusammenspielen sollten. Für Militärs
war die Eignungsprüfung Allgemeine Kondition (EPraKond.), für
zivile Leser war mindestens das Österreichische Turnabzeichen (ÖSTA)
Vorraussetzung. Schifahrerisch mussten zumindest die Ausbildung zum
Begleitschilehrer bzw. die Heereshochalpinisten (HHA) abgelegt worden
sein.
Freitag, 18. Jänner – Training. Die oben genannten Erfordernisse
waren die Basis für ein gediegenes Abfahrtstraining. Bei guter
Schneelage konnte die gesamte Strecke besichtigt werden. Das Inferno
zeichnet sich dadurch aus, dass nicht nur abgefahren wird. Drei Anstiegpassagen
fordern die Kondition aller Teilnehmer auf ein Höchstmaß.
Steilpassagen wechseln sich bei einer Höhendifferenz der Strecke
von 1 990 Meter mit kilometerlangen Gleitstücken ab. Highlight
der Strecke ist wohl das berühmt berüchtigte Kanonenrohr,
eine direkt am Felsen anliegende Steilpassage mit zirka 50 Grad Gefälle.
Eis und Spurrinnen tun in dieser kaum in der Sonne liegenden Schlüsselstelle
das Ihrige dazu.
Das Rennen
Startnummer 1855 wird es um zirka 16 Uhr des Renntages durch die Lautsprecher
tönen. So viele Läufer und Läuferinnen nehmen am Inferno
nämlich teil – und dass im 10 Sekunden Startintervall. Bronze,
Silber und Gold kann man erreichen, gewertet wird dafür stets der
Abstand zum Infernosieger der jeweiligen Klasse. Im Schnitt lag die
Mannschaft TRUPPENDIENST mit drei Minuten Abstand zum Sieger gar nicht
schlecht. Besonders herauszuheben ist die Leistung von Ingrid Strohmaier,
die mit Startnummer 1401 in 11 Minuten noch den tadellosen 38. Gesamtrang
in der Damenhauptklasse erreichte und dadurch die Berechtigung hat den
Silbernen Infernoteufel 2008 zu tragen. Immerhin waren 200 Damen unterwegs.
Vizeleutnant Robert Trixl sowie Hannes Schmid konnten mit Zeiten um
10:30 Minuten Bronze erreichen. Für Major Michael Mayerböck
reichte es nach einem Sturz im Kanonenrohr dieses Jahr nicht, er trägt
noch immer den Bronzeteufel 2006. Wermutstropfen für die Mannschaft
Österreichisches Bundesheer – TRUPPENDIENST war der Ausfall
des Gewinnspielgewinners Hans Gesslbauer, der nach guter Trainingsleistung
sein Hüftgelenk zu sehr beanspruchte, und nicht an den Start gehen
konnte.
Reputation
Alles in Allem ein toller Erfolg, der auch kameradschaftliche Aspekte
abdeckte. Nicht umsonst war das Infernorennen, gegründet 1928 von
Sir Arnold Lunn (Begründer des alpinen Skirennsports) schon öfter
Sammelplatz von Kameraden vieler Nationen, um die Fitness der Soldaten
im alpinen Gelände unter Beweis zu stellen und die internationalen
Kontakte zu pflegen. Die Tourismus AG Wengen-Mürren-Lauterbrunnen
hofft auf weitere gute Kontakte zum Österreichischen Bundesheer,
und das viele Soldaten an den Infernorennen der Zukunft teilnehmen mögen.
Vzlt TRIXL Robert, JgS SAALFELDEN
Mjr Michael Mayerböck, Redaktion TRUPPENDIENST