65. Inferno- Abfahrtsrennen 2008


19. Jänner 2008 - Mürren in der Schweiz. Drei Gewinner des TRUPPENDIENST-Gewinnspiels haben es geschafft - sie dürfen sich Inferno-Teufel der 10 km langen Schiabfahrt vom 3 000 m hohen Schilthorn nennen.

Die Vorgeschichte
Was haben nun das Inferno, die Redaktion TRUPPENDIENST und das Österreichische Bundesheer gemeinsam? 10 km mit Skiern den Berg hinunterrasen ist nicht Jedermanns Sache. Es bedarf besonderen Mutes der Teilnehmer, insbesondere weil die Strecke teilweise durch unpräpariertes Gelände führt- Soldaten schienen prädestiniert dazu. TRUPPENDIENST ermöglichte seinen Lesern die Teilnahme am Inferno und verloste in Kooperation mit der Tourismus AG Wengen-Mürren-Lauterbrunnen drei Abfahrtsstartplätze inklusive der gesamten Organisation, der Unterkunft und des Transportes. Apropos Jedermann: Das Team Österreichisches Bundesheer - TRUPPENDIENST bestand aus vier Männern und einer Frau in Person der ehemaligen Frau Wachtmeister Ingrid Strohmaier vom Heerespersonalamt, der wir hier auch gleich auf diesem Wege zur Beamtin gratulieren dürfen. Vizeleutnant Robert Trixl von der Jägerschule Saalfelden und Hans Gesslbauer, Landesschilehrer aus Ratten in der Steiermark waren neben Ingrid Strohmaier die glücklichen Gewinner.
Abgerundet wurde das Team durch Hannes Schmid als Betreuer, der dem Bundesheer durch die Gardemusik Wien verbunden blieb. Für die Mannschaftswertung werden die vier besten Ergebnisse aus fünf Startern gewertet, Major Michael Mayerböck, (Redakteur der Zeitschrift TRUPPENDIENST, Delegationsleiter und Mannschaftsführer) nahm ebenfalls am Rennen teil.


Verlegung
Mit einem Bundesheerbus Ford Transit- schon alleine notwendig wegen der bis zu 215 cm langen Abfahrtsschi - gings am 16. Jänner von Wien los in Richtung Bludesch in Vorarlberg. Dort konnten die Gewinner in der Walgau- Kaserne Truppenluft schnuppern: besonders für Hans Gesslbauer, der als ziviler Leser gewonnen hatte, war der Erlebniswert, in militärischen Mannschaftsunterkünften zu nächtigen, hoch.
Am nächsten Tag gings weiter in die Schweiz. Nach insgesamt knappen 900 km Asphalt freuten sich schon alle auf griffigen Schnee unter den Füßen.
Das schöne an der Tourismusregion in der das Rennen jährlich stattfindet sind die autofreien Zonen. So parkt man auf 800 m und wohnt ohne von Abgasen belästigt zu werden auf 1 638 m in Mürren vis à vis der herrlichen Massive von Eiger, Mönch und Jungfrau. Der Hausgipfel und Startpunkt des Infernorennens ist das Schilthorn auf 2 970 m Höhe. Untergebracht werden die meisten Teams so auch das Team Bundesheer in sogenannten Chalets, das sind Ferienwohnungen in meist traditionellen Schweizerischen Berghäusern.


Training
Nun ist es ja nicht so, dass jedermann (frau!) aus dem Stand 10 km (die orginal Streckenführung geht übrigens über 14,5 km, die Länge ist jeweils von der Schneelage abhängig) teils durch alpines Gelände, abfahren kann. Schon in der Ausschreibung des Gewinnspiels war klar, dass körperliche Fitness, schifahrerisches Können und Mut zusammenspielen sollten. Für Militärs war die Eignungsprüfung Allgemeine Kondition (EPraKond.), für zivile Leser war mindestens das Österreichische Turnabzeichen (ÖSTA) Vorraussetzung. Schifahrerisch mussten zumindest die Ausbildung zum Begleitschilehrer bzw. die Heereshochalpinisten (HHA) abgelegt worden sein.
Freitag, 18. Jänner – Training. Die oben genannten Erfordernisse waren die Basis für ein gediegenes Abfahrtstraining. Bei guter Schneelage konnte die gesamte Strecke besichtigt werden. Das Inferno zeichnet sich dadurch aus, dass nicht nur abgefahren wird. Drei Anstiegpassagen fordern die Kondition aller Teilnehmer auf ein Höchstmaß. Steilpassagen wechseln sich bei einer Höhendifferenz der Strecke von 1 990 Meter mit kilometerlangen Gleitstücken ab. Highlight der Strecke ist wohl das berühmt berüchtigte Kanonenrohr, eine direkt am Felsen anliegende Steilpassage mit zirka 50 Grad Gefälle. Eis und Spurrinnen tun in dieser kaum in der Sonne liegenden Schlüsselstelle das Ihrige dazu.


Das Rennen

Startnummer 1855 wird es um zirka 16 Uhr des Renntages durch die Lautsprecher tönen. So viele Läufer und Läuferinnen nehmen am Inferno nämlich teil – und dass im 10 Sekunden Startintervall. Bronze, Silber und Gold kann man erreichen, gewertet wird dafür stets der Abstand zum Infernosieger der jeweiligen Klasse. Im Schnitt lag die Mannschaft TRUPPENDIENST mit drei Minuten Abstand zum Sieger gar nicht schlecht. Besonders herauszuheben ist die Leistung von Ingrid Strohmaier, die mit Startnummer 1401 in 11 Minuten noch den tadellosen 38. Gesamtrang in der Damenhauptklasse erreichte und dadurch die Berechtigung hat den Silbernen Infernoteufel 2008 zu tragen. Immerhin waren 200 Damen unterwegs. Vizeleutnant Robert Trixl sowie Hannes Schmid konnten mit Zeiten um 10:30 Minuten Bronze erreichen. Für Major Michael Mayerböck reichte es nach einem Sturz im Kanonenrohr dieses Jahr nicht, er trägt noch immer den Bronzeteufel 2006. Wermutstropfen für die Mannschaft Österreichisches Bundesheer – TRUPPENDIENST war der Ausfall des Gewinnspielgewinners Hans Gesslbauer, der nach guter Trainingsleistung sein Hüftgelenk zu sehr beanspruchte, und nicht an den Start gehen konnte.


Reputation
Alles in Allem ein toller Erfolg, der auch kameradschaftliche Aspekte abdeckte. Nicht umsonst war das Infernorennen, gegründet 1928 von Sir Arnold Lunn (Begründer des alpinen Skirennsports) schon öfter Sammelplatz von Kameraden vieler Nationen, um die Fitness der Soldaten im alpinen Gelände unter Beweis zu stellen und die internationalen Kontakte zu pflegen. Die Tourismus AG Wengen-Mürren-Lauterbrunnen hofft auf weitere gute Kontakte zum Österreichischen Bundesheer, und das viele Soldaten an den Infernorennen der Zukunft teilnehmen mögen.

Vzlt TRIXL Robert, JgS SAALFELDEN
Mjr Michael Mayerböck, Redaktion TRUPPENDIENST